Aufladung von Motoren
Ein Verbrennungsmotor verbrennt Brennstoff (Diesel, Benzin, Gas) mit Luft, genauer mit dem Sauerstoff in der Luft. Damit der Brennstoff komplett verbrennt, braucht er eine gewisse Menge Sauerstoff pro Menge Brennstoff (Chemie). Mehr Luft im Brennraum heisst: mehr Brennstoff kann verbrannt werden was mehr Leistung pro Liter Hubraum ergibt.
Der Saugmotor saugt knapp das Hubvolumen an Luft in den Brennraum. "Knapp" wegen der Strömungsverluste durch Ansaugfilter, Ansaugrohre und Ventile. Mit dem Turbolader, dem mechanischen Gebläse oder dem Comprex-Lader kann aktiv (und mit Resonanz-Ansaugrohren "passiv") mehr Luft in den Brennraum gebracht werden.
Aufladung mit Comprex
Der Comprex Lader wurde von Brown Boveri in Baden entwickelt. Jahrelang. Der Comprex hatte gegenüber dem Turbo den grossen Vorteil, dass er schon bei tiefen Drehzahlen "Pfus" brachte, ohne Turbo-Loch. Der Comprex brauchte wenig mechanische Leistung vom Motor zum Drehen des Rotors. Die Kompressionsarbeit kommt von der Abgasdynamik. BBC machte Tests an Lastwagenmotoren ab 1954. Mazda hat 1987 den Comprex in Serienfahrzeuge eingebaut. Leider schaffte er den Durchbruch im Markt nicht. Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Comprexlader
Aufladung mit Turbo
Das Turbinenrad des Turboladers wird vom Abgasstrom angetrieben und treibt seinerseits das Gebläserad an. Dieses erhält vom Luftfilter Luft und komprimiert diese ja nach Turbo - Drehzahl. Wenn der Fahrer aufs Gaspedal drückt, wird mehr Brennstoff eingespritzt, das Abgas wird heisser, das heisst es hat mehr Volumen, dieses beschleunigt das Turbinen- und Gebläserad und mit steigender Drehzahl bringt das Gebläse mehr Luft. Und weil das Erhöhen der Turbo - Drehzahl Zeit braucht, gibt es das "Turbo-Loch". Ein Vorteil des Turboladers: er braucht nur einen Schmierölanschluss. Keine mechanische Leistung vom Motor. Eingebaut an Dieselmotoren bei SLM 1928. Eingesetzt bei SAURER ab 1938.
Aufladung mit mechanischem Lader
Der mechanische Lader kann ein Radialgebläse / "Wasserpumpenrad" sein, ein Rootsgebläse (quasi ein Zahnradgetriebe mit 2 Rädern mit jeweils 2 Zähnen) oder ein Schraubenradgebläse. Diese waren bei SAURER mehrheitlich (oder ausschliesslich ??) im Einsatz. Die Leistung zum Komprimieren der Ladeluft kommt voll vom Motor. Die Aufladung ist über den ganzen Drehzahlbereich konstant. Kein Turbo-Loch, aber auch nicht mehr "Schub" bei Volllast. Bei SAURER eingesetzt nach dem Turbo - Loch ab 1953.